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Was verbirgt sich hinter dem CRP-Wert?

Mithilfe des C-reaktiven Proteins lassen sich Rückschlüsse auf Entzündungsprozesse im Körper ziehen.

In letzter Zeit wurde ich vermehrt mit der Frage konfrontiert, was sich eigentlich hinter dem von Ärzten vielbemühten Wörtchen „CRP-Wert“ verbirgt.  Klassischer Fall für meine Rubrik „5 Fragen“.

1. Was ist der CRP-Wert?

CRP steht für C-reaktives Protein – ein sogenanntes Akut-Phase-Protein, welches von der Leber produziert wird und für unsere Abwehr extrem wichtig ist. Akut-Phase-Proteine können nämlich ganz spezifische Teile unseres Immunsystems aktivieren: im Falle des CRPs insbesondere den Teil, der eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Bakterien spielt (das sog. Komplement-System).

Wenn es nun im Körper zu einer Entzündung kommt, wird CRP vermehrt ins Blut ausgeschüttet – je nach Erkrankung entsprechend mehr oder weniger. Und je nachdem wie hoch und wie schnell CRP im Blut ansteigt, kann der Arzt wertvolle Rückschlüsse darüber gewinnen, um welche Erkrankung es sich handelt und welche Therapie notwendig ist.

2. Wann bestimmt der Arzt den CRP-Wert?

CRP wird (zusammen mit anderen Entzündungsparametern) immer dann bestimmt, wenn aufgrund der Vorgeschichte des Patienten sowie der Untersuchungs-Befunde der Verdacht nahe liegt, dass eine entzündliche Erkrankung vorliegt. Zeigt sich beispielsweise bei einem hoch fieberhaften Infekt in der Blutuntersuchung ein erhöhter CRP Wert, so hat der Körper wahrscheinlich mit einer bakteriellen Infektion zu kämpfen. Der Arzt beurteilt nun in Zusammenschau mit allen vorliegenden Untersuchungsergebnissen, ob eine Therapie mit Antibiotika angezeigt ist oder nicht.

3. Bedeutet hohes CRP immer eine bakterielle Infektion?

Nein, denn CRP kann auch im Rahmen anderer Erkrankungen erhöht sein. Hierzu gehören virale Infekte genauso wie auch Tumorerkrankungen. Der Arzt beurteilt daher niemals nur den Wert allein, sondern auch immer seine Entwicklung –  wie früh und wie schnell er innerhalb des Erkrankungsverlaufs ansteigt oder angestiegen ist oder wie hoch er in Bestimmten Phasen der Erkrankung war. Aus diesem Grund werden meistens auch Verlaufskontrollen des CRP-Wertes notwendig.

Oft wird auch noch das sog. Blutbild mitbeurteilt, um in Zusammenschau mit dem CRP einen bestimmten Verdacht zu erhärten. Der Arzt beurteilt Laborparameter grundsätzlich immer nur in Zusammenschau mit allen anderen vorliegenden Befunden (Vorgeschichte, Untersuchung,…) und entscheidet sich niemals aufgrund eines Laborwerts allein für oder gegen eine bestimmte Therapie.

4. Werden bei hohem CRP immer Antibiotika eingesetzt?

Wir wissen heute aus zahlreichen Studien, dass Antibiotika in Arztpraxen des deutschsprachigen Raums – beispielsweise im Rahmen eines Hustens – zu häufig verschrieben werden. Da Antibiotika ausschließlich zur Behandlung bakterieller Infektionen geeignet sind, scheint es wichtig, dass der klinische Verdacht auf eine bakterielle Entzündung wenn möglich auch durch die Bestimmung von CRP und Blutbild abgesichert wird. Besteht aufgrund der klinischen Symptome also dieser Verdacht und ist das CRP gleichzeitig erhöht, wird es in der Regel zum Einsatz eines Antibiotikums kommen.

Im Umkehrschluss gibt es aber auch immer Fälle, wo selbst bei niedrigen CRP Werten der Einsatz eines Antibiotikums gerechtfertigt sein kann. Am Ende muss daher immer der Arzt aufgrund seiner Erfahrung entscheiden, wo welche Therapie sinnvoll eingesetzt wird und wo nicht.

5. Wieviel Blut braucht es für die Bestimmun von CRP?

Wenig. Die meisten Akut-Labors benötigen nur wenige Milliliter Blut um sowohl ein komplettes Blutbild als auch den CRP-Wert bestimmen zu können. Der berühmte, kleine „Fingerstich“ mithilfe einer selbstauslösenden Lancette reicht daher meist völlig aus um die notwendige Blutmenge zu gewinnen.

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