Nutrition

Ein kulinarischer Frühlingsbote…

Spargel hat sich in den letzten Jahren zu meinem absoluten Lieblingsgemüse hochgemausert – zumindest die grüne Version. Die Gründe hierfür sind schnell zusammengefasst.

Vielleicht liegt es ja daran, dass der Beginn der warmen Jahreszeit für mich persönlich wichtiger ist, als Weihnachten und Neujahr zusammen. Drum freu‘ ich mich grad tierisch, denn langsam ist er wieder zu haben: grüner Spargel.

Spargel ist einfach klasse! Er lässt sich spielend leicht zubereiten, schmeckt hervorragend, ist super gesund und hat fast keine Kalorien. Abseits davon ist er (m)ein heimlicher Food-Prep-King und darum gerade in der kalorienbewussten Sportler-Küche ein gern gesehener Gast.

100 Gramm = 18 kcal

Aber warum ist er eigentlich so gesund? Spargel hat einen extrem hohen Anteil an Wasser (bis zu 95%) und ist deswegen sehr kalorienarm – ähnlich wie Brokkoli, der mit durchschnittlich 22 kcal zu Buche schlägt. Eine gesunde Angelegenheit also, vorausgesetzt man kleistert ihn nicht gleich bei der ersten Gelegenheit mit irgendeiner Sauce zu.

Zudem enthält Spargel in besonders hohem Ausmaß Asparaginsäure. Das ist eine Aminosäure, die an der Umwandlung stickstoffhaltiger Verbindungen im Harnstoffzyklus beteiligt ist. Aus diesem Grund wird Spargel auch eine harntreibende Wirkung zugesprochen. Und eine Niere, die fleißig Harn produziert, scheidet mengenmäßig auch mehr davon aus, was für gemeinhin rausgehört : zum Beispiel unerwünschte Giftstoffe und andere Abfallprodukte unseres Stoffwechsels.

Ach ja: Weiter abgebaut, entstehen aus der Asparaginsäure übrigens auch diejenigen schwefelhaltigen Verbindungen, die für den typisch-unangenehmen Harngeruch nach Spargelkonsum verantwortlich zeichnen. Was soll’s – schädlich, ist das jedenfalls nicht.

Viele Vitamine

Spargel enthält zudem viele Vitamine und Spurenelemente. Insbesondere grüner Spargel, da dieser oberhalb der Erdoberfläche wächst und sich das Sonnenlicht positiv auf die Vitaminbildung auswirkt (ähnlich wie bei uns Menschen die Sonnenlicht-abhängige Produktion von Vitamin D). Im Spargel besonders reichlich enthalten sind nebst der Folsäure unter anderem die Vitamine A,  B, C und E.

Achtung bei erhöhten Harnsäurewerten

Festzuhalten bleibt aber auch, dass Spargel leider nicht für Jedermann gut geeignet ist. Denn leider ist er auch besonders reich an sogenannten Purinen – das sind organische Verbindungen, die vom Körper zu Harnsäure umgewandelt und über die Niere ausgeschieden werden.

Menschen mit tendenziell hohen Harnsäurewerten sollten mit Spargel daher eher vorsichtig umgehen, denn ist der Blutspiegel an Harnsäure von Haus aus schon zu hoch, kann es zum Ausfallen kleiner Urat-Kristalle kommen. Diese können sich infolge im Bereich bestimmter Gelenke ablagern (z.B. Großzehengrundgelenk) und dort im schlimmsten Fall sogar einen Gichtanfall auslösen. Besonders gefährdet sind dabei Menschen mit entsprechender, genetischer Veranlagung respektive diejenigen, die viel Fleisch konsumieren.

Wer wissen will, wie es um seinen Harnsäurespiegel bestimmt ist oder vielleicht genetisch vorbelastet ist, der kann zu Beginn der Spargelsaison den Arzt seines Vertrauens zwecks einer entsprechenden Laboruntersuchung aufsuchen. Spätestens wenn der Arzt dann (Achtung: Wortspiel“) grünes Licht gibt, steht dem Spargelgenuss nichts mehr im Weg.

Wie zubereiten?

Dazu findest du im Netz abertausende Inputs. Ich persönlich bevorzuge einfach umsetzbare Konzepte. Kommst du also grad vom Einkaufen und hast einen Bund grünen Spargel ergattert, könntest du es z.B. wie folgt machen:

  1. Untere, „holzige“ Enden großzügig abschneiden
  2. Spargel auf einem Backblech mit Backpapier verteilen
  3. ein paar Spritzer Olivenöl drüber (weniger ist mehr!)
  4. eine Kinderhand grobes Meersalz darüberstreuen (im Ernst: meine Kinder lieben diesen Arbeitsschritt…)
  5. bei 200°C Umluft für 20 Minuten auf mittlerer Höhe garen (gern auch in der Combo mit anderen Gemüsen)
  6. genießen

Wenn du dir nicht sicher bist ob der Spargel schon durch ist: einfach mal reinbeissen, probieren und ggf. noch fünf Minuten drinnen lassen. Das ganze funktioniert übrigens auch ganz hervorragend auf dem Holzkohlegrill (indirekte Hitze).

Gerade wenn er frisch aus dem Ofen kommt, ist der Spargel wunderbar knusprig und hat obendrein hervorragende Röst-Aromen entwickelt. Aromen, die beim herkömmlichen Kochen verloren gehen…

Food-Prep-Quicktipp

Auch für das Kochen auf Vorrat eignet sich die Ofen-Methode hervorragend: Der Vorteil von dieser Zubereitungsmethode liegt darin, dass sich der Spargel nicht noch zusätzlich mit Kochwasser vollsaugt sondern eher bissfest bleibt. Wenn du den Spargel dann infolge einfrierst, hast du hinterher kein unappetitliches Spargel-Gemantsche nach dem Auftauen und freust dich so gleich zweimal über deine Kochkünste.

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